Heute schon an Morgen denken. Corona und die Sommerferien

Seit Wochen leben wir alle mit Corona-Einschränkungen. Jeder war und ist in irgendeiner Form davon betroffen. Kurzarbeit, Homeoffice, Kita-und Hort-Notbetreuung, Mund-Nasen-Bedeckung, Besuchsverbote in Alten- und Pflegeheimen und Social Distancing sind unsere täglichen Begleiter. 

Besonders betroffen von den ganzen Maßnahmen sind auch Eltern. Viele haben die Betreuung ihrer Kinder und die Arbeit seit März ad hoc unter einen Hut bringen müssen und dafür Überstunden abgebaut, Urlaubstage verbraucht oder auch eine unentgeltliche Freistellung bei Ihrem Arbeitgeber in Anspruch genommen. 

Hinweis: “In Zusammenhang mit einem Verdienstausfall wegen Kinderbetreuung erinnern wir nochmal an die Möglichkeit der Elternentschädigung durch das Gesundheitsamt”. 

Derzeit sieht die Lage auch nicht besser aus. Die Betreuungsquote in den Kita-Einrichtungen soll von 40% auf 50% hochgefahren werden und erst nach den Sommerferien, wenn überhaupt, wieder normal verlaufen. Die Verwaltung selbst, sieht sich jedoch durch die derzeitigen Hygiene-Vorgaben des Landes Niedersachsen und der Region Hannover, deshalb vor erhebliche Probleme gestellt. Siehe den Link mit dem Artikel in der HAZ.

https://www.haz.de/Umland/Langenhagen/Kita-Oeffnung-Land-bringt-Stadt-Langenhagen-in-Bedraengnis

Inwieweit hier im Rahmen eines Brain-Stormings durch die Verwaltung auch nicht übliche Lösungsansätze geprüft oder berücksichtig wurden, kann derzeit von uns noch nicht beurteilt werden. 

Und wenn das alles nicht schon reicht, so wissen alle Eltern, die seit fast 3 Monaten diese Lasten tragen, dass nun auch noch die Sommerferien vor der Tür stehen. Weitere 6 Wochen müssen durch Eigenbetreuung abgedeckt werden.

Aber haben die Eltern überhaupt noch genug Überstunden oder Urlaubstage um die Betreuung sicherzustellen? Oder sind die Konten durch die seit Mitte März andauernden Corona-Maßnahmen alle schon arg gebeutelt? Wie also sollen die Eltern dann in den Sommerferien weitermachen? Welche Möglichkeiten haben Sie?

Um den jetzt schon absehbaren dringend notwendigen Mehrbedarf an Betreuung für die Eltern bzw. Kinder sicherzustellen, haben wir als WAL einen Antrag eingebracht, in dem die Verwaltung aufgefordert wird, unverzüglich durch den Ausbau und die Aufstockung des Ferienpasses und Kooperationen mit privaten Betreuungsangeboten sowie mit den eigenen Möglichkeiten der Verwaltung  dieses zu schaffen. 

Es geht dabei darum  z.B. eine Betreuung in den Schulen und Sporthallen der Stadt Langenhagen mit eigenem Personal der offenen Jugendarbeit in klar strukturierten Gruppen aufzubauen und gleichzeitig durch private Anbieter mit einem Zusatzangebot wie der Johanniter im “Haus der Jugend” oder dem Abenteuerland Langenhagen, dem Vereinen ein Angebot zu erstellen, dass vielfältig ist aber auch und gerade den notwendigen Mehrbedarf abdeckt.

Hier ist wirklich ein Blick über den eigenen Tellerrand unverzüglich nötig und schnellstmöglich ein erweitertes Angebot zu schaffen. Binden wir unsere Vereine wie DLRG, SegelClub Passat, TSV KK  sowie unsere vielen anderen Top ehrenamtlichen Vereine jetzt ein und stellen wir etwas auf die Beine, von dem alle auch in der Zukunft nur profitieren können. 

Die Zeit läuft und die Sommerferien kommen. Starten wir unverzüglich das Brainstorming und profitieren wir alle von der unglaublichen Vielfalt unserer Stadt.

Unseren Antrag finden Sie hier:

https://ris.langenhagen.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1003054#searchword

Das Ende des Freibades in Godshorn war trotz emotionaler Debatte nicht mehr zu verhindern

Am Montagabend, den 15.05.2017 hat der Rat der Stadt Langenhagen durchaus sehr leidenschaftlich und emotional um den Erhalt des Freibades in Godshorn debattiert und gerungen. 

Die Ortsbürgermeisterin von Godshorn (CDU) Frau Ute Biehlmann-Sprung hatte gemeinsam mit  unserem Ratsmitglied Andreas Eilers (WAL) zu Beginn der Debatte an den Bürgermeister noch 6.500 Unterschriften für den Erhalt des Freibades übergeben. 5.500 Unterschriften kamen von der CDU und 1016 von der WAL.  Am Ergebnis hat es leider nichts geändert. 

Zur Erinnerung:

Die WAL war mit die Erste, die im Wahljahr 2016 schon im April den Erhalt des Freibades gefordert und im Rahmen einer Petition im August auf die Agenda gebracht hat. Nach der Wahl und der neuen Konstituierung hat auch die CDU in Godshorn, Engelbostel sowie Schulenburg sich für den Erhalt eingesetzt. Um den Bürgerwillen deutlich zu machen, hat die WAL daher in Zusammenarbeit mit Teilen der CDU versucht sich für den Erhalt stark zu machen und einzusetzen.

Fast 90 Minuten wurde im Rat sehr emotional aber auch argumentativ diskutiert bis es zu einer namentlichen Abstimmung kam. Jedes einzelne Ratsmitglied musste sich öffentlich erklären. Am Ende waren es für den Erhalt 18 Ja Stimmen und 21 Nein Stimmen. Damit ist das endgültige Aus beschlossen.

An diesem Abend fehlten für den Erhalt zwei Ja Stimmen und wenn man sich die namentliche Abstimmung anschaut, so fällt auf, dass die CDU nicht geschlossen abgestimmt hat. Mit Bürgermeister haben insgesamt 6 CDU Granden dagegen und 7 dafür gestimmt. Die CDU war sich also nicht einig und man könnte jetzt die Nein Sager verurteilen, dies wäre aber mutmaßlich nicht mal richtig. Dieses Vorgehen der CDU muss man zumindest anerkennen.

Verurteilen müsste man für das Abstimmungsverhalten vielmehr die SPD. Während die CDU nämlich in dieser sehr emotionalen Frage sich keinerlei Fraktionszwang auferlegt  oder vielleicht auch nicht gefunden hat, so hat die SPD keinerlei eigenständiges Handeln oder Abstimmen ihrer Ratsmitglieder zugelassen. Zusammengefasst muss man hier eine Selbstherrlichkeit der SPD am Bürgerwillen vorbei feststellen.  Eine Abstimmung, die nicht nach der eigenen Meinung, sondern nur nach der fraktionellen Vorgabe erfolgt, ist eine Farce und zeigt deutlich wie ernst der Bürgerwille eigentlich genommen wird. Eigentlich ist jeder nur dem Wählerwillen verpflichtet aber zugelassen wurde dies durch die SPD nicht. Hätte man sich doch auch eingestehen müssen, das man mit dem Thema rund um das Bad in der Vergangenheit vielleicht schon zu viele Fehler zu verantworten hat. Schade dass in der SPD niemand auf die Idee gekommen ist, dass man diese Fehler durch ein anderes Abstimmungsverhalten auch wieder hätte korrigieren können.  

Wir haben uns für den Erhalt des Freibades couragiert eingesetzt und gekämpft, erkennen aber die demokratische Entscheidung der Abstimmung an. Nur jetzt ist der Rat im Zugzwang. Der Antrag für ein neues Freibad in Anlehnung an die Wasserwelt ist jetzt unausweichlich und der Eine oder Andere wird sich umgucken was ein solcher Bau plötzlich kosten wird. Dagegen waren die jährlichen 150.000 Euro beantragter Zuschuss für Godshorn überheblich gesagt ein Taschengeld.